Tod am Steinhuder Meer

Tod am Steinhuder Meer – kein Witz, passiert leider regelmäßig. Das Steinhuder Meer wird gerne unterschätzt, vor allem weil die Tiefe im Durchschnitt nur 1,5 Meter beträgt. Das ist nicht viel, am Steinhuder Meer begegnete mir das erste mal der Ausdruck “Übertiefe”.  Doch die Deipen (Tiefen),  dabei handelt es sich um Rinnen am Meerboden, weisen Tiefen von bis zu 2,9 Metern auf. Zu tief um stehen zu können. Addiert man eine Wellenhöhe von 30 cm dazu  muss man schon auf eine Körperlänge von 3,2 Metern kommen. Ein weiteres Problem kann “Fliegendes Wasser” darstellen. Fliegendes Wasser bedeutet das die Wellenkämme vom Wind abgerissen werden und ein Schwimmer dann viel Wasser schluckt. Zu fliegendem Wasser kommt es vor allem an den Übergängen von tieferen zu flacheren Bereichen des Meeres. Die Wellen werden steiler und bieten dem Wind mehr Angriffsfläche. Eine Vorstellung davon kann man HIER bekommen. Der Tücken nicht genug kann das Steinhuder Meer schnell seine Wassertemperatur ändern. Da das Waser relativ dunkel ist erwärmt es sich rasch. Es ist aber auch flach speichert daher nicht lange die Wärme und kann im Spätsommer schnell abkühlen. Bei Wassertemperaturen unter 10° muss man darüber hinaus mit einem Kälteschock rechnen.

Der Klassiker: Absegeln Ende Oktober in einem bekannten Segelverein. Man lässt die Saison bei einigen Bieren revue passieren. Langsam wird es dunkel aber das Schiff muss noch zum Kran.  Morgen früh soll es raus. Alles noch gut zu schaffen, der Wind kommt aus Westen und die Überfahrt sollte in einer guten Stunde geschafft sein. Die zwei Biere aus der Backskiste müssen vor dem Winterlager auch noch gelenzt werden. Irgendwann kommt ein gewisser Druck auf. Der erfahrene Seebär wählt in Lee das Backbord Want um sich festzuhalten, tiefe Entspannung und eine kleine Böe sorgen für den Rest. Einziger Mann über Bord! Schoten dichtgeholt und belegt. Das Boot entfernt sich mit drei Knoten Fahrt. Die automatische Schwimmweste hat sich aufgeblasen doch unser Skipper hyperventiliert. Bei etwa 7° Wasertemperatur bleibt ihm nicht viel Zeit. Nach etwa einer Minute hat er seine Atmung wieder im Griff, jetzt bleiben ihm noch etwa 10 Minuten. Was kann er tun? Vielleicht funktioniert sein Mobile noch? Eventuell hat er ein Nico-Signal bei sich und kann Rot schiessen? Wird sein Boot entdeckt? Seine Schwimmweste hat ein kleines Licht das er nun anknipst und eine Pfeiffe um auf sich bemerkbar zu machen… Lassen wir es gut enden, eine Jolle bemerkt das Licht und höhrt die Pfeiffe. Unser Skipper wird über das Heck geborgen und ist kurze Zeit später an Land.

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